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Da der Bundesrepublik für 1972 die Olympischen Spiele ins Haus stehen, schreibt im Sommer 1970 der Deutsche Schützenbund im Vorfeld einen schießsportlichen Wettbewerb aus, der unter dem Motto „Der Große Preis des Deutschen Schützenbundes“ steht und zugleich auch der Ermittlung des Schützenkönigs des DSB dient. Gesucht werden die 750 besten Teiler-Schützinnen und -schützen (Blattl-Schützen) in den Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole der Bundesrepublik Deutschland. (Für Unkundige: Die „10“ ist der beste Schuss. Gemessen wird die Abweichung des Schussloches aus dem absoluten Zentrum mit Hilfe einer sogenannten Teiler-Messmaschine.)
Dem Chronisten gelingt es, einen sehr guten 23,8-Teiler mit dem Luftgewehr zu schießen, der mit dem bloßen Auge bezüglich der Abweichung aus dem Zentrum nicht mehr auszumachen ist. So erringt er den Platz 563 auf Bundesebene und wird für den 18. September 1970 zum Endkampf nach München eingeladen.
Dieser Endkampf findet im Schützenfestzelt auf der Theresienwiese während des Oktoberfestes statt. Je Durchgang stehen 110 (!) Schützen in einer Reihe gleichzeitig nebeneinander im Wettkampf. Die Unruhe auf dem Stand ist infolge der vielen Zuschauer, surrenden Kameras und des Blitzlichtgewitters der unzähligen Presse- und Amateurfotografen relativ groß und sehr belastend. Gröhlende Wiesen-Besucher kommen erschwerend hinzu. Mit der Start-Nr. 6013 im 6. Durchgang auf Stand 13 um 13.00 Uhr glaubt der Chronist trotzdem an ein gutes Omen.
Und so ist es.
Mit einem 127,6-Teiler erringt er die große Olympia-Nadel in Silber, die ihm noch vor Ort verliehen wird. Und obendrein erhält er zusätzlich einen kleinen Geldpreis ausgezahlt. Damit belegt er in der Abschlusstabelle den Platz 396 unter den 750 besten Blattl-Schützinnen und -Schützen des Landes. Dies ist der erste Erfolg des DSC außerhalb der Stadtgrenzen.

 

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Dies ist die offizielle Einladungskarte zum Blattl-Schießen nach München.